Richtlinie zu Transport, Lagerung, Einbau und Gebrauch
von Mehrscheiben-Isolierglas
(zum lesen bitte anklicken)
Nennwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Wärmedämm-
verglasungen (Berechnete Ug-Werte nach DIN EN 673 / En=0,03)
| SZR | Argon | Krypton | Luft |
8 | 1,7 | 1,2 | 2,1 |
| 10 | 1,5 | 1,0 | 1,8 |
| 12 | 1,3 | 1,1 | 1,6 |
| 14 | 1,2 | 1,1 | 1,5 |
| 16 | 1,1 | 1,1 | 1,4 |
| 18 | 1,1 | 1,1 | 1,4 |
| 20 | 1,2 | 1,1 | 1,4 |
Nennwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten von Wärmedämm-
verglasungen (Berechnete Ug-Werte nach DIN EN 673 / En=0,01)
Bitte beachten Sie, dass sich bei geneigter bzw. waagerecht eingebauter Situation der Ug-Wert verschlechtert. So kann z.B. bei einer Scheibe mit eigentlich 1,1 W/(m²K) bei waagerechtem Einbau ein Wert von 1,7 W/(m²K) entstehen.
(Nachzulesen im GFF (Glas-Fenster-Fassade-Metall) 10.2010))
Bei größeren Scheibenzwischenräumen, dickeren Scheiben und bei asymmetrischem Aufbau entsteht ein weitaus größeres Bruchrisiko durch erhöhte Klimalasten. Diese müssen von Fall zu Fall im Detail berechnet werden.
TGI Randverbund
Vorteile durch Verwendung eines thermisch verbesserten Abstandhalters
Geringe Wärmeleitung in Glasrandnähe
Herkömmliche Aluminium-Abstandhalter besitzen eine relativ hohe Wärmeleitfähigkeit. In den vergangenen Jahren wurden deutliche Verbesserungen in den wärmedämmenden Eigenschaften von Fenstern im Bereich der Verglasung und Rahmen realisiert. Je größer die Fortschritte in diesen Bereichen waren, umso deutlicher wurde, dass ein herkömmlicher Randverbund eine thermische Schwachstelle für ein Fenster bedeutet.
Abstandhalter, die die Wärmeleitung im Glasrandbereich verbessern und damit für eine „warme Kante“ sorgen, werden deshalb häufig als warm edge Abstandhalter bezeichnet.
Komfortsteigerung durch höhere Oberflächentemperaturen und das Vermeiden von Kondensat
Durch die verbesserte Wärmedämmung im kritischen Übergangsbereich von Glas und Rahmen sind die raumseitigen Oberflächentemperaturen höher als bei Verwendung eines herkömmlichen Abstandhalters. Das führt zu mehr Behaglichkeit in Fensternähe.
Durch die höheren Temperaturen der raumseitigen Scheibe fällt dort weniger oder gar kein Kondensat an. Die Folge ist ein besseres optisches Erscheinungsbild und ungestörte Durchsicht. Bei Holzrahmen wird zudem der schädigende Einfluss von Feuchtigkeit oder die Gefahr von Schimmelpilzbildung verringert.
Wärmedurchgangskoeffizient des Fensters Uw nach der DIN EN ISO 10077-1
Der Wärmedurchgangskoeffizient des Fensters, welcher in Abhängigkeit von Verglasung und Rahmen steht und Uw-Wert genannt wird, verbessert sich bei Verwendung eines thermisch verbesserten Abstandhalters um ca. 0,1 W/m²K.
Hinweise zum Strukturverlauf
Wenn nichts anderes angegeben ist, ist die Struktur der Ornamentgläser immer in Richtung des Scheibenzwischenraumes gerichtet.
Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass Maßangabe in der Reihenfolge Breite x Höhe erfolgen.
Außerdem gehen wir bei Angaben von Breite x Höhe standardmäßig davon aus, dass die Struktur mit der Höhe verläuft.
Isolierglas mit innenliegenden Sprossen
Sprossen im SZR können zu Klappergeräuschen führen (siehe Glasrichtlinien).
Dies ist konstruktionsbedingt und kein Reklamationsgrund!
Bei großen Scheiben können sich Sprossen durch entstehende Schwingungn verschieben / lösen.
Die Sprossen können die Scheibenoberfläche berühren und damit dauerhafte Beschädigung der Beschichtung im SZR bewirken.
Je nach Größe der Scheiben werden auf den Sprossenkreuzen transparente Noppen oder farbliche Filzpunkte vom Hersteller aufgeklebt.
Ggf bei großen Scheiben erfolgt die Fertigung ohne Garantie.
Dem Endverbraucher gegenüber besteht Hinweispflicht.
Information an den Verarbeiter:
Die Isolierglasscheiben werden mit Kömmerling GD 823 N produziert. Es ist darauf zu achten, daß nur abgestimmte Silikone eingesetzt werden. Die Verglasungsrichtlinien sind einzuhalten.
Für nicht sachgemäße Anwendung übernehmen wir keine Haftung.
Bitte beachten Sie die Ug Wert Verschlechterung bei Verwendung von UV beständigen Randverbund.
Farbiges Glas kann sich bei Sonneneinstrahlung, speziell bei Schlagschattenbildung ungleichmäßig aufheizen. Im Verbund mit Isolierglas besteht deshalb erhöhte Spannungsbruchgefahr. In diesen Fällen sollte ESG verwendet werden!
Farbabweichungen bei (beschichtetem) Isolierglas sind produktionsbedingt möglich, und stellen daher keinen Reklamationsgrund dar.
Glaskombinationen mit Wärmeschutzglas und Draht- bzw. farbigen Gläsern ohne Garantie, da erhöhtes Bruchrisiko.
Fertigung ohne Garantie, da auf Kundenwunsch KEINE monolothische Scheibe, sondern ein schwächeres VSG mittig eingebaut wird -> daher höhere Bruchgefahr!
Bitte beachten Sie die "Handhabungs- u. Verarbeitungsrichtlinien für die Weiterverarbeiter".
Die "Handhabungs- u. Verarbeitungsrichtlinien für Veredlungsbetriebe" und die
"Handhabungs- u. Verarbeitungsrichtlinien für Fensterhersteller" der Pilkington Deutschland AG.
Hinweis zu Sonnenschutz-Isolierglas
Bei beschichteten Isolierverglasungen können deutlich sichtbare Verzerrungen auftreten (konvex oder konkav), die auf klimatische Einwirkungen zurückzuführen sind.
Isolierglas hat ein durch den Randverbund eingeschlossenes Luft/Gasvolumen, dessen Zustand im wesentlichen durch den barometrischen Luftdruck, die Höhe der Fertigungsstätte über NormalNull sowie die Lufttemperatur zur Zeit und am Ort der Herstellung bestimmt wird. Bei Einbbau von Isolierglas in andere Höhenlagen, bei Temperaturveränderungen und Schwankungen des barometrischen Luftdrucks (Hoch und Tiefdruck) ergeben sich zwangsläufig konkave und konvexe Wölbungen der Einzelscheiben und damit optische Verzerrungen. Auch Mehrfachspiegelungen können unterschiedlich stark an Oberflächen von Glas auftreten. Verstärkt können diese Spiegelbilder erkennbar sein, wenn z. B. der Hintergrund der Verglasung dunkel ist. Diese Erscheinung ist eine physikalische Gesetzmäßigkeit.
Produktions- und materialbedingte Erscheinungen wie Interferenzbildungen, Doppelscheibeneffekte, Mehrfachspiegelungen, Reflektionsverzerrungen und Anisotropien sind technisch nicht vermeidbar. Dies gilt vor allem für Isolierglasscheiben mit einer Sonnenschutzbeschichtung.
Ver- und Bearbeitung von zugesandten Gläsern erfolgt ohne Garantie.
Für begehbare Verglasungen benötigt man grundsätzlich:
Einen rechnerischen Nachweis unter statischer Belastung für eine Verkehrslast und eine Eigenlast (Grundlagen: TRLV und DIN 1055-3)
Einen experimentellen Nachweis der Stoßsicherheit durch eine anerkannte Prüfstelle (Stoßkörper 40 kg)
Einen experimentellen Nachweis der Resttragfähigkeit durch eine anerkannte Prüfstelle (i.d.R. 30 Minuten bei 50 % Verkehrslast)
Zu unseren Produkten liegen die notwendigen Nachweise im Rahmen der geprüften Abmessungen bereits vor.
Bei einer Vielzahl von Anwendungen ist (abhängig vom jeweiligen Bundesland) kein umständliches Baugenehmigungsverfahren erforderlich!
Einen Zustimmung der Baubehörde ist zwar nach wie vor erforderlich, wegen der vom
Hersteller bereits erbrachten Nachweise und Versuche jedoch wesentlich vereinfacht.
Betretbare Verglasung
Dachverglasungen, die zu Reinigungszwecken kurzfristig betreten werden müssen, sind
entsprechend den Anforderungen des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften
auszuführen. Wir verweisen auf die Grundsätze für die Prüfung und Zertifizierung der
bedingten Betretbarkeit oder Durchsturzsicherheit von Bauteilen bei Bau- oder
Instandhaltungsarbeiten. Die Informationen können Sie unter www.fa-bau.de abrufen.
Bei Verwendung sind die örtlichen Verhältnisse am Bau sowie die produktionstechnischen
Möglichkeiten zu prüfen.
Die Richtigkeit etwaig getroffener Annahmen ist seitens des Kunden bzw. Verarbeiters des
Produktes zu überprüfen.
Unsere Haftung beschränkt sich auf Vorsatz. Die Haftung für Folgeschäden ist ausgeschlossen.
Für begehbare Verglasungen bestehen in Deutschland bisher keine entsprechenden allgemeinen
Regeln der Technik, die den Anforderungen der Landesbauordnung genügen.
Deshalb bedürfen solche Konstruktionen der Zustimmung der obersten zuständigen Baubehörde
des Landes in jedem Einzelfall.
Die Bemessung der Scheibendicke ist abhängig von den geforderten Lastannahmen, sowie der
Befestigungs- und Auflagerungsart.
Eine prüfbare statische Bemessung kann also erst durchgeführt werden, wenn die Lastannahmen
und die Gesamtkonstruktion im Detail geklärt sind.
Für die erforderliche Zustimmung ist eine Bauteilprüfung durch ein anerkanntes Prüfinstitut einzuplanen.
Wir bieten Ihnen Gläser mit einem Aufbau an, von dem wir annehmen, dass er den geforderten Lastannahmen gerecht wird, ohne jedoch für die Standsicherheit und Zustimmung garantieren zu können.
Statische Berechnungen oder Bauteilversuche können unter Umständen zu anderen Ergebnissen führen und müssen im Bedarfsfall zusätzlich berechnet werden.
P f l e g e h i n w e i s
für satinierte oder gestrahlte Glasscheiben:
Fettrückstände, Fingerabdrücke etc. können mit einem fusselfreien Tuch, Schwamm oder Leder
mit viel lauwarmer Seifenlauge großflächig abgewaschen und ausgespült werden.
Um Wolkenbildung zu vermeiden reiben Sie danach die Scheiben mit einem Leder ganzflächig
trocken. Vermeiden Sie bei der Reinigung eine direkte Sonneneinstrahlung, da sich sonst
Kalkablagerungen einbrennen können (Wasserflecken).
Verwenden Sie bitte niemals Haushaltsreiniger mit scharfen oder ätzenden Wirkstoffen, da diese meist die Oberfläche angreifen oder Rückstände hinterlassen und die gleichmäßige Mattierung nachhaltig schädigen.
Die Benutzung von Topfschwämmen oder Stahlwolle ist ebenfalls denkbar ungeeignet, da diese
irreparable mechanische Schäden in Form von Streifen und Kratzern hervorrufen.
Sandgestrahlte Scheiben sind reine Handarbeit, somit sind Unregelmäßigkeiten, Unebenheiten
und Wolkenbildungen kein Reklamtionsgrund.
Möglicher Kantenversatz und Luftblaseneinschlüsse im Randbereich sind produktionsbedingt
und deshalb kein Reklamationsgrund.
Bei vollflächigem bzw. teilflächigem (mit hohem Bedruckungsgrad) Siebdruck, sowie besonders
bei der Farbe "Ätzimitation" ist eine leichte Streifenbildung zulässig und kein Reklamationsgrund!
Wichtiger Hinweis:
Bei der Verarbeitung von bedruckten Scheiben in der Farbe "Ätzimitation" o.ä. mit der Druck-
seite zum Folienverbund (Ebene 2 / 3 ) ergibt sich eine technisch bedingte wesentlich höhere
Transparenz / Lichtdurchlässigkeit als bei monolytischen Gläsern!
Bitte beachten Sie, dass ein Farbunterschied bei einer evtl. Nachlieferung möglich ist und somit kein Reklamationsgrund darstellt.
Die Auswahl und der Gebrauch von Dichtmitteln und anderen Befestigungsmaterialien als auch für die Auswahl der Haltevorrichtung und deren Einbau ist der Weiterverarbeiter verantwortlich. Für eventuelle Schäden können wir nicht verantwortlich gemacht werden, eine Übernahme von Folgekosten lehnen wir ab.
Emaillierte Gläser sind nicht geeignet zum Einsatz in Durchsichtsbereichen und zum Einbau
vor hellen Hintergründen, da ansonsten der Eindruck des sogenannten " Sternenhimmels"
entstehen kann. Eingebrannte Emaillierungen sind zwar undurchsichtig, jedoch nicht
100 %ig lichtundurchlässig.
Teilbeschattung
Bei Wärmeschutzisolierglas, welches mindestens auf einer Scheibe zum Scheibenzwischenraum hin mit einer Edelmetallschicht versehen und dessen Scheibenzwischenraum zumeist mit Argon-Gas gefüllt ist, ist darauf zu achten, dass die Scheiben, die direkt besonnt werden, schattenfrei gehalten oder ganz beschattet werden. Außerdem ist eine ausreichende, unbehinderte Hinterlüftung raumseitig sicherzustellen. Wärmestau in Folge teilweiser Beschattung oder unzureichender Hinterlüftung kann die Isolierglasscheiben im Randbereich thermisch aufladen und es kann zu Glasbruch kommen. Reklamtionen diesbezüglich sind ausgeschlossen!