Besondere Hinweise bei Einscheibensicherheits Glas ( ESG )
Bei ESG kann es durch Nickel-Sulfid- Einschlüsse zu Spontansprüngen kommen. Durch einen Heißlagerungstest kann das Risiko reduziert werden, aber auch mit den modernsten Tests (ESG-H) ist es heute leider noch nicht möglich, derartige Scheiben zu 100% auszusortieren, so dass ein nicht vermeidbares Restrisiko verbleibt.
Da das Glas während des Vorspannprozesses im Ofen auf Rollen liegt, können gelegentlich leichte Oberflächenveränderungen auftreten. Die Welligkeit (in Fach-kreisen „roller waves“ genannt) ist physikalisch bedingt nicht immer vermeidbar und führt im Einzelfall zu einer geringfügigen Beeinträchtigung des Reflexionsbildes.
Bedingt durch diesen thermischen Vorspannprozess kann auch eine chemische und mechanische Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit wie Pünktchenbildung
(„roller pick-up“ genannt) und Rollenabdrücke auftreten. Des weiteren möchten wir Sie auf Irisationserscheinungen (Anisotropien) hinweisen. ESG wird durch einen speziellen thermischen Prozess vorgespannt. Dieser Herstellprozess erzeugt Spannungszonen im Glas, die unter polarisiertem Licht zu Doppelbrechungen führen. Bei Betrachtung des Einscheiben-Sicherheitsglases unter bestimmten Lichtverhält-nissen können Polarisationsfelder sichtbar werden, die sich als Muster bemerkbar machen. Dieser Effekt ist für ESG charakteristisch und physikalisch bedingt. Das natürliche Tageslicht enthält je nach Wetter oder Tageszeit einen mehr oder weiniger hohen Anteil polarisierten Lichts. Wir bitten Sie, dies zu berücksichtigen und Ihren Kunden mitzuteilen.
Der Heat-Soak Test (HL-Test, ESG-H)
ESG Gläser können materialbedingt in Einzelfällen, durch Nickelsufideinschlüsse auch noch nach Jahren spontan zu Bruch zu gehen.
Deshalb sieht der Gesetzgeber für sicherheitsrelevante Anwendungen einen Heat-Soak Test (DIN EN 14179 und der Bauregelliste des DIBT) vor, durch den entsprechende Gläser aussortiert werden können.
Trotzdem wird in der DIN 14179-1 ein verbleibendes statistisches Restrisiko von 1 Bruch auf 400 Tonnen Glas nach dem Heat-Soak Test erwähnt.
Was ca. 20000 m² bei 8 mm Glasdicke entspricht.
Wir empfehlen für alle Anwendungen von ESG den Heat-Soak Test ausführen zu lassen. Durch den Heat-Soak Test entstehen zusätzliche Kosten.
Beim Kauf eines ESG-Produktes gilt immer die zuvor genannte technische, nicht auszuschließende Neigung zum Spontanbruch als vertraglich vereinbarte Sollbeschaffenheit der Kaufsache.
Besonderer Hinweis bei rückseitig farbig beschichtetem ESG
Keramische Schmelzfaben sind undurchsichtig und kratzfest, aber nicht absolut lichtundurchlässig. Außerdem sind Nuancen von Farbabweichungen nicht auszuschließen, da sie u. a. durch das verwendete Basisglas (Substrat) und die keramischen Schmelzfarben verursacht werden. Es ist ebenfalls nicht auszuschließen, daß zwischen den abgegebenen Handfarbmustern und der daraus resultierenden Bestellung bzw. Lieferung, aus produktionstechnischen Gründen, Farbunterschiede entstehen.
Rückseitig farbig beschichtetes ESG-Glas sollte generell im undurchsichtigen Bereich bzw. vor einem dunklen Hintergrund eingesetzt werden, um eine regelmäßige und einheitliche Farbwahrnehmung in der visuellen Gesamtansicht zu erzielen. Sollte rückseitg farbig beschichtetes ESG-Glas allerdings im durchsichtigen Bereich - von innen nach außen bzw. vor einem hellen Hintergrund - eingebaut werden, können Wolken- oder Streifenbildungen sowie ein sogenannter "Sternenhimmel" sichtbar werden. Diese Erscheinungsbilder stellen grundsätzlich keinen Reklamationsgrund dar.
Da farbiges ESG nicht absolut undurchsichtig ist, wird die Anbringung auf einer gleichmäßig gefärbten Trägerplatte empfohlen. Dadurch wird ein eventuelles partielles Durchscheinen der Trägerplatte vermieden.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß es bei Nachbestellungen von emaillierten und siebbedruckten Gläsern, auch bei ausdrücklichem Verweis auf den Ursprungsauftrag, aus produktionstechnischen Gründen (Walz- oder Siebdruckverfahren, Verwendung von Substraten aus unterschiedlichen Produktionschargen und zulässigen Schwankungen in der Zusammensetzung der verwendeten Emailfarben) grundsätzlich zu Abweichungen in der visuellen Gesamtansicht kommen kann.
Bitte beachten Sie auch, dass die Glaskanten nicht beschichtet sind und hierdurch eine Lichtbrechung von ca. 1,5 cm entstehen kann (heller Rand).
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass bei der Produktion von Siebdruck-Ätzimitationsverglasungen zu folgenden produktionstechnischen Einschränkungen führen kann:
-Wolkenbildung
-welliger Randbereich
-Streifenbildung (Besonders stark b. Alu-Tönen, je nach Anwendung und Beleuchtung)
-Kalkablagerung durchc Wasserbenutzung
-unterschiedliche Schichtdicke
-Staubeinflüsse
-raue Oberfläche
Besonderer Hinweis bei lackierten Gläsern
Das von uns angebotene Float oder ESG ist mit einem qualitativ hochwertigen Mehrkomponentenlack beschichtet. Um bei vielen Bunttönen eine Blickdichtigkeit zu gewährleisten, wird die Rückseite zusätzlich mit einem Mehrkomponenten-Sperrlack in RAL 7035 Lichtgrau beschichtet.
Sollte dies nicht gewünscht sein (z.B. Möbelseitenwände, Einlegeböden etc.) bitte unbedingt bei der Bestellung angeben.
Color-Gläser sind farblackierte Einheiten. Eventuelle Farbabweichungen, bedingt durch Basisglas und Lackierverfahren, sind aus produktionstechnischen Gründen nicht auszuschließen.
Dies gilt insbesondere bei Nachlieferungen und Musterscheiben. Reklamationen diesbezüglich werden vom Lieferanten nicht anerkannt.
Ebenso kann es aufgrund der grünlichen Eigenfärbung bei Floatgläsern zu Farbabweichungen kommen. Wir empfehlen daher Weißglas als Trägerplatte zu verwenden.
Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass die lackierte Seite nicht als Ansichtsseite geeignet ist. Auf dieser Seite kann es fertigungsbedingt zu leichten Strukturverläufen kommen, die jedoch auf der gegenüberliegenden Glasseite nicht zu erkennen sind.
Lackierte Gläser können mit Spiegelsilikon bzw. neutral vernetztem Silikon verklebt werden. Es gelten die gleichen Richtlinien wie bei Verkleben von Spiegeln. Gemäß technischer Richtlinien des Glaserhandwerks Nr. 11.
Grundsätzlich wird bei lackiertem Glas die Glaskante nicht mit lackiert. Hierdurch kann eine Lichtbrechung von ca. einem Zentimeter von der Kante in das Glas entstehen (heller Rand). Sollte dieser eigentlich "schöne" Effekt nicht gewünscht werden, muss die Kante mit lackiert werden. Dies ist bei der Bestellung extra anzugeben.
Das angebotene Float bzw. ESG ist nur für den Innenbereich anwendbar.


Hier eine kleine Auswahl an Möglichkeiten
Wie verhält es sich mit der Witterungsbeständigkeit der rückseitig beschichteten ESG-Verglasung ?
Die Witterungsbeständigkeit der emaillierten und siebbedruckten Verglasungen wird wesentlich durch Umweltbedingungen (z.B. Einbau in urbanen Ballungszentren oder in Meeresnähe) beeinflusst.
Abhängig von Beregnungsintensität und Luftverunreinigung durch aggressive Stoffe wie SO², NO² und Flugstaub können Glas- und Glasemailoberflächen schon nach wenigen Monaten verhältnismäßig unansehnlich werden (Glanzverlust der Farboberfläche).
Modell-Facetten:
Modell-Facetten sind reine Handarbeit !
Unebenheiten, ungenaue Übergänge und Wellen sind möglich und kein Grund zur Reklamation.
Ungleichmäßigkeiten bei Modell-Facetten sowie bei geraden Facetten sind kein Reklamationsgrund.
Auch eventuelle Wolkenbildung innerhalb des Facettenbereichs kann im nachhinein nich reklamiert werden, da dies produktionsbedingt ist.